Das Märklin Krokodil
Wie aus einer Schweizer Gebirgslok eine Modellbahn-Ikone wurde
Wenn in den 1920er-Jahren auf der Gotthardstrecke schwere Güterzüge bergauf zogen, stand vorne eine Lokomotive, die völlig anders aussah als alles, was man bis dahin kannte. Zwei lange Vorbauten, dazwischen ein Gelenk. In den Kurven schien sie sich zu strecken und zu biegen – der Name „Krokodil“ lag nahe.
Eine Lok mit Charakter
Um den Anforderungen der alpinen Bahnstrecken gewachsen zu sein, entwickelte die Schweizerische Bundesbahn eine Konstruktion, die Kraft und Beweglichkeit vereinte. Steile Rampen, enge Radien, lange Züge – dafür brauchte es Zugkraft und Flexibilität.
Zwei dreiachsige Drehgestelle, ein mittig gelagerter Aufbau und das charakteristische Gelenk sorgten dafür, dass sich die Lok kraftvoll und zugleich geschmeidig durch die Kurven legte. Genau dieses sichtbare Durchbiegen machte sie so unverwechselbar – und gab ihr ihren Namen.

Drei Buchstaben, die Geschichte schrieben
In den 1930er-Jahren übertrug Märklin diese Bauform in die Welt der Modelleisenbahn. Die Modellbezeichnung lautete: CCS 800. Rund um diese drei Buchstaben ranken sich bis heute Anekdoten. „Coccodrillo Svizzero“ hört man mit einem Schmunzeln. Tatsächlich ist die Bedeutung sachlich:
- C für drei angetriebene Achsen
- noch einmal C für das zweite Drehgestel
- S für Schnellzuglok
Aus einem technischen Kürzel wurde ein Name, der bis heute mit einem der bekanntesten Märklin-Modelle verbunden ist. Im Archiv der Firma Märklin befindet sich ein besonderer Schatz: Die Ur-Form des Krokodils aus dem Jahr 1936.
Es zeigt, dass die charakteristische Gelenkbauweise schon früh in den kleineren Maßstab übertragen wurde. Die langen Vorbauten, die klare Linienführung und die technische Präsenz sind hier bereits deutlich erkennbar. Vieles von dem, was später Serienmodell wurde, ist in diesem frühen Entwurf schon angelegt. Ein Entwurf von 1936 – bewusst aufgegriffen Dieses Handmuster aus dem Jahr 1936 bildet die gestalterische Grundlage der limitierten Sonderauflage, die im Hans-Peter Porsche Traumwerk erhältlich ist.
Die Gestaltung orientiert sich bewusst an dieser frühen Formensprache. Proportionen, Linienführung und technische Anmutung greifen den historischen Entwurf auf. Fahrwerk und Aufbau bestehen aus Metall, die beiden Drehgestelle werden mit Blindwelle und Kuppelstange angetrieben. Ein mfx-Decoder ist integriert, sodass das Modell auf heutigen Anlagen eingesetzt werden kann. Der Charakter des ursprünglichen Entwurfs bleibt erkennbar. Gleichzeitig erfüllt das Modell die technischen Anforderungen unserer Zeit. So wird aus einem fast 90 Jahre alten Entwurf wieder ein fahrbereites Modell.
Eine Ikone in neuer Farbe


